Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal

Eindrücke vor Ort

Es war eines der schwersten Erdbeben seit fast einem Jahrhundert, das Nepal und die Himalaya-Region am 25. April 2015 erschüttert hat. Viele, zum Teil schwere Nachbeben folgten. Fast 9.000 Menschen starben, Tausende wurden verletzt, Millionen wurden obdachlos. Die SOS-Kinderdörfer in Nepal haben unmittelbar nach dem Erdbeben ein Nothilfeprogramm gestartet.

"Ich traf einen glücklichen Jungen voller Energie", so Dincheva. Sujal lacht wieder. Nach dem Erdbeben vor einem Jahr war seine Zukunft ungewiss. "Ich traf einen glücklichen Jungen voller Energie", so Dincheva. Sujal lacht wieder. Nach dem Erdbeben vor einem Jahr war seine Zukunft ungewiss.

SOS-Mitarbeiterin Elitsa Dincheva aus München hat die Katastrophe hautnah miterlebt, weil sie zu der Zeit auf einer privaten Trekkingtour in Nepal unterwegs war. Nun hat sie den Himalaya-Staat erneut besucht, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. „Viele Hilfsorganisationen haben mittlerweile ihre Aktivitäten zurückgefahren, doch die SOS-Kinderdörfer haben ihre Nothilfe verstärkt. Auch die Menschen, die wir unterstützen, leben noch in schwierigen Bedingungen, viele in Notquartieren. Unsere Hilfe ist dringend notwendig“, so Dincheva.

„Sujal springt wieder herum wie ein Tiger“

Eine Begegnung mit einem kleinen Jungen namens Sujal hatte die 32-Jährige vor einem Jahr besonders berührt. Sujals Bein war zerschmettert worden, als sein Elternhaus einstürzte. Seine Mutter war in den Trümmern gestorben, sein Vater arbeitete in den Vereinigten Arabischen Emiraten und konnte sich nicht um ihn kümmern. Sujals Zukunft war sehr ungewiss. „Als ich ihn jetzt ein Jahr nach der Katastrophe wiedersah, war ich begeistert. Er lebt mittlerweile bei seiner Tante in Jorpati, die von SOS finanzielle und psychologische Unterstützung bekommt. Ich traf einen glücklichen Jungen voller Energie. Er springt herum wie ein Tiger, nach seiner schweren Beinverletzung ist er völlig genesen“, erzählt die SOS-Mitarbeiterin. „Das war so eine schöne Erfahrung, die mir zeigt: Wir schaffen es, die Kinder zurück ins Leben zu holen.“