Acht der insgesamt zehn nepalesischen SOS-Kinderdörfer liegen nahe am Epizentrum des Erdbebens. Von hieraus startete unmittelbar nach dem Erdbeben die SOS-Nothilfe. Acht der insgesamt zehn nepalesischen SOS-Kinderdörfer liegen nahe am Epizentrum des Erdbebens. Von hieraus startete unmittelbar nach dem Erdbeben die SOS-Nothilfe.

Am 25. April 2016 jährte sich das Erdbeben von Nepal zum ersten Mal. Damals wurden rund 9.000 Menschen getötet, 22.000 verletzt und fast drei Millionen Menschen obdachlos. Etwa 600.000 Häuser, 6.000 Schulen und 700 Gesundheitszentren lagen in Trümmern. Seitdem kämpfen die Menschen in Nepal für einen Neuanfang, doch der Wiederaufbau gestaltet sich nach wie vor schwierig. Die Regierung hat immer noch keine Richtlinie für den Hausbau und die Verteilung der Gelder verabschiedet. Deshalb leben noch immer Hunderttausende Menschen in Zelten und notdürftigen Hütten und sind dort den Witterungsbedingungen wie Regen und Frost erbarmungslos ausgesetzt.

So hilft SOS den Erdbeben-Opfern

Die SOS-Kinderdörfer sind seit mehr als 40 Jahren mit heute 800 Mitarbeitern und zehn Kinderdörfern in Nepal präsent. Acht der SOS-Kinderdörfer liegen nah am Epizentrum des Bebens, konnten ihm aber Stand halten. Glücklicherweise blieben alle SOS-Kinder und Mitarbeiter in den SOS-Kinderdörfern unverletzt. Schon unmittelbar nach dem ersten Beben konnte SOS durch seine Präsenz und Anbindung vor Ort gezielte Nothilfe leisten. Die Hilfe ist beständig und wird den Erfordernissen immer wieder angepasst.

Soforthilfe direkt nach dem Erdbeben

  • Hilfsgüter: SOS-Helfer versorgten im vergangenen Jahr über 15.000 Erdbebenopfer mit Nahrungsmitteln, Zelten und medizinischer Hilfe, sowie mit Hilfs- und Haushaltsgütern. Eine Kiste, „Home in a box“ genannt, versorgte Erdbebenopfer mit dringend benötigten Haushaltsgegenständen wie Decken, Handtücher, Geschirr, Lebensmittel, Moskitonetze, Feuerzeuge und Zahnbürsten.
  • Zuflucht: In den SOS-Einrichtungen vor Ort bekamen obdachlose Familien ein Notquartier. So fanden z.B. direkt nach dem Beben 1.200 Menschen im SOS-Kinderdorf Jorpati  in   Kathmandu Zuflucht.
  • Kinderbetreuung und psychologische Hilfe: Um den Kindern wieder Halt zu geben, haben die SOS-Kinderdörfer im Katastrophengebiet sofort nach dem Beben 25 Nothilfe-Kindertagesstätten für mehr als 2.000 Kinder eingerichtet. SOS-Mitarbeiter bieten dort traumatisierten Mädchen und Jungen psychosoziale Betreuung. Während die Kinder im geschützten Bereich der Kitas mit Mahlzeiten versorgt werden, spielen können und unterrichtet werden, können Eltern an den Wiederaufbau ihrer Existenzen gehen. Durch die Wiedereröffnung der Schulen wurde der Bedarf an diesen Betreuungseinrichtungen etwas geringer. Aktuell betreut SOS die Kinder nach wie vor an sieben Standorten.
  • Unterstützung für Schüler: Als Beitrag zur Bildung wurden Schulmaterialien verteilt, Schulgeld und Kleidung für besonders bedürftige Kinder zur Verfügung gestellt – und damit rund 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.
In den SOS-Nothilfe-Kindertagesstätten erhalten die betroffenen Kinder täglich vollwertige Mahlzeiten. In den SOS-Nothilfe-Kindertagesstätten erhalten die betroffenen Kinder täglich vollwertige Mahlzeiten.
Darüber hinaus werden alle Schulkinder temporär unterricht, z.B. in Englischkursen. Fotos: Suzanne Lee Darüber hinaus werden alle Schulkinder temporär unterricht, z.B. in Englischkursen. Fotos: Suzanne Lee

Langfristige Hilfe zum Wiederaufbau

  • Wiederaufbau und Neuanfang: Die SOS-Kinderdörfer in Nepal werden arme Familien und ihre Gemeinden beim Neuanfang unterstützen - durch den Wiederaufbau von 320 Familienhäusern und 12 Schulen sowie durch vier Sozialzentren.
  • Familien vereinen und Aufnahme in den SOS-Kinderdörfern: SOS-Teams suchen gezielt nach Kindern, die während der Katastrophe ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihnen getrennt wurden. Die SOS-Kinderdörfer tun alles, um unbegleitete Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen. Sollte das nicht möglich sein, können die Kinder in einem der zehn SOS-Kinderdörfer Nepals aufgenommen werden. 37 Kinder fanden bereits in den SOS-Kinderdörfern ein neues Zuhause.
  • Beistand für Waisen und deren Angehörige: Die SOS-Kinderdörfer in Nepal unterstützen nahe Verwandte wie Tanten oder Großeltern, die verwaiste Neffen oder Enkelkinder aufnehmen. Diese Familien werden in den kommenden Jahren durch die SOS-Familienhilfe begleitet, damit die Kinder versorgt sind und zur Schule gehen können.
Auch ein Jahr nach dem Erdbeben leben  immer noch viel zu viele Menschen in provisorischen Unterkünften. Foto: Zishaan Akbar Latif Auch ein Jahr nach dem Erdbeben leben immer noch viel zu viele Menschen in provisorischen Unterkünften. Foto: Zishaan Akbar Latif
Die SOS-Familienhilfe wird sich in den kommenden Jahren um Waisen und deren Familien, die im Erdbeben Angehörige verloren haben, kümmern. Foto: Suzanne Lee Die SOS-Familienhilfe wird sich in den kommenden Jahren um Waisen und deren Familien, die im Erdbeben Angehörige verloren haben, kümmern. Foto: Suzanne Lee