Flüchtlingskrise: Kinder brauchen dringend Hilfe!

Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak oder Eritrea. Sie flüchten vor Krieg und Gewalt, Hunger und Hoffnungslosigkeit. Unzählige stranden nach endlosen Strapazen an der EU-Grenze, wo die Flüchtingskrise besonders dramatisch ist. Die SOS-Kinderdörfer in Serbien und Mazedonien leisten Nothilfe für Kinder und Familien auf der Flucht.

2015 sind weit mehr als eine Million Menschen nach Europa geflohen, davon ein Großteil auch nach Deutschland. Unter den Flüchtlingen befanden sich zudem fast 90.000 unbegleitete Minderjährige. Und die Zahlen steigen weiter besorgniserregend an. Nach Griechenland und Italien sind auch Mazedonien und Serbien zu zentralen Durchgangsländern geworden - täglich kommen Tausende Flüchtlinge in Lagern und großen Städten wie Belgrad an. Die Lage vieler Flüchtlinge ist verzweifelt, es mangelt am Nötigsten.

Syrisches Mädchen, das in einem von SOS eingerichteten geschützten Bereich im Flüchtlingscamp Gevgelija in Mazedonien liebevoll betreut wird. Syrisches Mädchen, das in einem von SOS eingerichteten geschützten Bereich im Flüchtlingscamp Gevgelija in Mazedonien liebevollbetreut wird.
Ohne seine Eltern ist der Junge mit seinem Onkel und Cousins aus Syrien geflohen. Ohne seine Eltern ist der Junge mit seinem Onkel und Cousins aus Syrien geflohen. SOS bietet psychosoziale Unterstützung und Hilfestellung.

Besonders gefährdet sind unbegleitete Kinder und Jugendliche. Sie stehen im Fokus der SOS-Nothilfe.

Kinder werden im Chaos der Flucht von ihren Familien getrennt. Auf der Suche nach Asyl reisen Eltern auch immer häufiger alleine weiter und lassen ihre Kinder in den Transitländern zurück, um sie später nachzuholen. Diese Mädchen und Jungen werden meist nur notdürftig betreut und sind durch die Trennung schwer traumatisiert. Besonders gefährdet ist auch die steigende Zahl Jugendlicher, die ohne Begleitung aus ihrer Heimat fliehen.

Während die Mehrheit der Flüchtlinge bisher Männer waren, nimmt die Zahl von Familien, Müttern mit Kindern, Schwangeren und unbegleiteten Minderjährigen laufend zu. Für sie ist die Flucht viel langwieriger, schwieriger und gefährlicher. Die Flüchtlinge, die in den Lagern oder Durchgangseinrichtungen ankommen, sind erschöpft, durstig und hungrig. Unzählige Kinder sind bereits seit Monaten unterwegs und unterernährt. Viele der Kinder leiden an Fieber, Erkältungskrankheiten oder Durchfall.

Nach der großen Hitze der Sommermonate droht den Menschen bald witterungsbedingt Regen und Kälte. Ohne Schutz und sichere Unterkünfte sind sie von Raub, Gewalt, Missbrauch, Menschenhandel und Ausbeutung (Schutzgelder, Wucher für Lebensmittel oder Fahrpreise) bedroht. Da die Flüchtlinge ihre Rechte und die legale Situation im Land nicht kennen, geraten sie leicht in die Fänge von Schleusern. Viele Familien, vor allem aus Afghanistan, Pakistan und Somalia sind durch die lange Flucht mittellos.

So hilft SOS in den Durchgangsländern

Die SOS-Kinderdörfer in Serbien und Mazedonien haben mit der Nothilfe vor Ort begonnen und werden diese in den kommenden Wochen verstärken. Die SOS-Hilfe richtet sich vor allem an unbegleitete Flüchtlingskinder, unterernährte Kinder, Mütter mit Babys, Jugendliche (vor allem Mädchen), Kinder mit Behinderungen und Schwangere.

SOS-Spielebus für Flüchtlingskinder in Belgrad. Die SOS-Nothilfe ist direkt vor Ort: SOS-Spielebus für Flüchtlingskinder in Belgrad
Spielen, Malen, Singen, Basteln hilft den Kindern ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten Spielen, Malen, Singen, Basteln hilft den Kindern ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten

Schutz, Betreuung, Medizinische Hilfe und Lebensmittel

  • SOS sorgt für Unterkunft und Betreuung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher.
  • SOS richtet in Flüchtlingsunterkünften sichere Orte ein, an denen Kinder geschützt sind und spielen können. Mütter mit kleinen Kindern und unbegleitete Flüchtlingskinder erhalten Beratung und Hilfestellung.
  • SOS leistet ärztliche Hilfe und psychosoziale Unterstützung für Kinder und ihre Eltern.
  • SOS-Mitarbeiter versorgen Familien mit Säuglingsmilch, Spezialnahrung für unterernährte Kinder und Lebensmitteln für die Weiterreise.
  • SOS versorgt Flüchtlinge mit Kleidung, Schuhen, Decken, Windeln und Hygieneartikeln.
  • SOS stellt in den Flüchtlingslagern Waschmaschinen auf und richtet den Zugang zu Internet/Telefon ein, damit die Geflüchteten Kontakt zu Familienmitgliedern aufnehmen und sich informieren können.
  • SOS schult Helfer vor Ort im Umgang mit traumatisierten Menschen.
  • Die SOS-Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand mit lokalen Hilfsorganisationen und helfen so auch bei der Registrierung der Flüchtlinge oder unterstützen die Ausgabe von Hilfsgütern.

Nothilfe für Flüchtlinge weltweit

In vielen Teilen der Welt unterstützen die SOS-Kinderdörfer Kinder und Familien auf der Flucht. In Syrien und dem Nachbarland Libanon leistet SOS bereits seit mehreren Jahren umfassende Nothilfe für Familien und Kinder, die unter den Kriegsfolgen leiden. Hier erfahren Sie mehr zur SOS-Nothilfe in Syrien.

Our dear English-speaking SOS-friends around the world, please refer to www.sos4refugees.org