SOS-Kinderdörfer in Nepal

Nepal gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder dieser Erde. Infolge seiner geographischen Lage war das Land stets weitgehend isoliert. So konnte sich die traditionelle Lebensweise in vielen Bereichen bis heute erhalten. Mehr als 80 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, heute spielt auch der Tourismus eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft des Landes. Im Norden Nepals erhebt sich das mächtige Himalaya Gebirge mit dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Durch Naturkatastrophen erleidet das Land immer wieder wirtschaftliche Rückschläge. Politische Unruhen und der jahrelange  Bürgerkrieg, der bis 2006 tobte, hat die Not der Menschen in dem Himalaya-Staat weiter verschärft. Die Leidtragenden sind hierbei vor allem die Kinder.

  • 45 Prozent aller Kinder in Nepal leiden aufgrund von Mangelernährung an Untergewicht. Jedes Jahr sterben 48 von 1.000 Kindern unter 5.
  • Jedes dritte Kind muss Kinderarbeit leisten.
  • Das Grundrecht auf Bildung wird vielen Kindern vorenthalten: Die Einschulungsquote schwankt zwischen 30 und 80 Prozent - benachteiligt sind insbesondere Mädchen sowie Kinder aus armen Familien und niedrigen Kasten sowie Kindern in ländlichen Regionen.
  • Kinderheirat ist vor allem im ländlichen Südwesten Nepals weit verbreitet.
  • Jährliche werden mehrere tausend nepalesische Mädchen Opfer von Kinderhandel und sexueller Ausbeutung.

Das Engagement der SOS-Kinderdörfer in Nepal

Eine Gruppe dreijähriger Kinder aus dem SOS-Kindergarten in Gandaki. Dort werden auch Kinder aus der umliegenden Nachbarschaft betreut. Eine Gruppe dreijähriger Kinder aus dem SOS-Kindergarten in Gandaki. Dort werden auch Kinder aus der umliegenden Nachbarschaft betreut.
Bildung ist der Schlüssel für eine chancenreiche Zukunft! Ein Schulmädchen an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Gandaki, Nepal Bildung ist der Schlüssel für eine chancenreiche Zukunft! Ein Schulmädchen an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Gandaki, Nepal

Das erste nepalesische SOS-Kinderdorf entstand nahe der Hauptstadt Katmandu in Sanothimi und nahm 1973 die ersten SOS-Kinder auf. Heute gibt es in Nepal zehn SOS-Kinderdörfer und insgesamt acht Jugendeinrichtungen, in denen rund 1.800 Kinder und Jugendliche ein neues Zuhause finden. Zusätzlich leisten die SOS-Kinderdörfer in Nepal einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes. Die ihnen angeschlossenen Sozialeinrichtungen stellen eine unentbehrliche Hilfe für viele Kinder und ihre Familien aus der Nachbarschaft dar.

  • An den sieben SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Nepal besuchen rund 4.500 Schüler den Unterricht.
  • In den beiden SOS-Berufsbildungszentren in Katmandu und Pokhara erlernen 260 Jugendliche und junge Erwachsene einen Beruf. In Kavre existiert zudem ein Schulungszentrum für SOS-Mütter und -Mitarbeiter.
  • Das medizinische SOS-Zentrum in Nepalgunj-Bardia behandelt Kinder und deren Familienangehörigen. Insgesamt führen Ärzte und Pfleger bis zu 10.000 Untersuchungen pro Jahr durch.
  • Die acht SOS-Sozialzentren sind Ausgangspunkt der SOS-Familienhilfe. Ziel ist es, Familien in Not vor dem Zerbrechen zu bewahren und schrittweise zur Selbsthilfe zu befähigen. Durch Unterstützung beim Schulgeld, Gesundheitsberatung und Ausbildungskurse erhalten rund 2.500 Familien eine Perspektive.