Soziale Missstände als Folge politischer Instabilität

Eine junge Mutter und ihr Kind besuchen das SOS-medizinische Zentrum in Abobo-Gare. Eine junge Mutter und ihr Kind besuchen das SOS-medizinische Zentrum in Abobo-Gare.

Die Blütezeit von Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) liegt lange zurück. Während das Land einst zu den reichsten Nationen Afrikas zählte, leidet es heute an großer Armut, einem hohen Grad an Ungleichheit und einer hohen Arbeitslosigkeit. Als Auslöser hierfür gilt ein Militärputsch aus dem Jahre 2002, der in einem Bürgerkrieg mündete und zeitweise über eine Million Ivorer zu Flüchtlingen machte. Das Gesundheitswesen brach in dieser Zeit fast völlig zusammen.

Trotz eines Friedensvertrags, der fünf Jahre später zwischen Regierung und Opposition geschlossen wurde, hielten die Spannungen im Landesinneren an. Nach den Regierungswahlen im November 2010 flammte die Gewalt zeitweise wieder auf und monatelange Machtkämpfe haben schlimme Spuren bei der Bevölkerung hinterlassen. Hunderttausende Menschen sind ins Nachbarland Liberia oder innerhalb des Landes in sichere Gebiete geflohen.

Obwohl der Frieden langsam wiederhergestellt wird, bleibt die Situation vieler Familien schwierig. Sie haben keinen ausreichenden Zugang zu Bildung, Gesundheits- und Wasserversorgung sowie Abwasserentsorgung. Zusätzlich zur politischen Instabilität fehlen Häuser und Wohnungen.

  • Die Kinder- und Säuglingssterblichkeit (12,3% bzw. 8,6%*) zählt zu den höchsten weltweit.
  • Knapp einem Viertel der Bevölkerung fehlt sauberes Trinkwasser.
  • Kinderarbeit und Menschenhandel sind in der Elfenbeinküste weit verbreitet.
  • HIV/AIDS geschätzte Infektionsrate 3,4%*
  • Fehlende Bildungseinrichtungen; beinahe jeder zweite Erwachsene kann weder lesen noch schreiben.*

Das Engagement der SOS-Kinderdörfer in Côte d’Ivoire

Im SOS-Kindergarten werden Mädchen und Jungen von klein an gefördert. Im SOS-Kindergarten werden Mädchen und Jungen von klein an gefördert.
Gemeinsam aufwachsen und Kind sein dürfen - Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Abobo-Gare Gemeinsam aufwachsen und Kind sein dürfen - Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Abobo-Gare

Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich bereits seit 1971 in Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Mit dem ersten Kinderdorf des Landes in Abobo-Gare, einem Vorort der Hauptstadt Abidjan, entstand gleichzeitig das erste SOS-Kinderdorf in Afrika. Die zehn Familienhäuser sind das liebevolle Zuhause von 100 elternlosen und verlassenen Kindern. Da die Zahl der Waisen und der vernachlässigten Kinder in Côte d'Ivoire beständig zunahm, wurde in den 80er Jahren ein zweites SOS-Kinderdorf in der Region Aboisso eröffnet.

Seit 2004 gibt es in Abobo-Gare darüber hinaus auch ein SOS-Medizinisches Zentrum, bestehend aus einer Krankenstation und einer kleinen Apotheke. Aufgrund der HIV/AIDS-Pandemie rief SOS-Kinderdörfer im selben Jahr zudem ein SOS-Familienstärkungsprogramm ins Leben, um vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohte Kinder besser schützen zu können. 2014 eröffnete das dritte SOS-Kinderdorf des Landes in Yamoussoukro.

Die SOS-Familienhilfe in Côte d’Ivoire

Die SOS-Familienhilfe in Côte d'Ivoire hilft, dass Familien zusammenbleiben und die Kinder eine Zukunftsperspektive haben. Die SOS-Familienhilfe in Côte d'Ivoire hilft, dass Familien zusammenbleiben und die Kinder eine Zukunftsperspektive haben.

Familien, deren Existenz durch extreme Armut und Krankheit bedroht ist, finden sich am Rande der Gesellschaft. Oft reicht ihr Einkommen nicht einmal für eine Mahlzeit am Tag. Kinder müssen ihren Beitrag zum Familieneinkommen leisten, indem sie arbeiten gehen. Reicht dann weder das Geld noch die Zeit für den Schulbesuch, bleiben diese Mädchen und Jungen im Teufelskreis der Armut gefangen. Sie sind ihrer Kindheit beraubt und wachsen ohne Perspektive auf.

Dank der SOS-Familienhilfe gibt es neue Hoffnung für sie. Seit 2004 versucht dieses Präventivprogramm auch in Côte d'Ivoire zerrüttete und Not leidende Familien so weit zu stärken, dass die Kinder in ihrem Zuhause bleiben und in ihrem gewohnten Umfeld aufwachsen können.

Die SOS-Familienhilfe in Côte d'Ivoire unterstützt derzeit rund 357 bedürftige Familien und deren Kinder unter anderem durch:

  • Lebensmittelpakete, bestehend aus Reis, Öl, Milch
  • Finanzielle Mittel für Schulgebühren, -uniformen, Bücher und Schreibmaterialien
  • Medizinische Versorgung (Arztbesuche, Kosten für Medikamente, etc.)
  • Hilfe zur Selbsthilfe durch Aus- und Fortbildungskurse, Berufsberatung und Starthilfen zur Existenzgründung