Indien ist ein Schwerpunkt der SOS-Arbeit

Seit 1963 engagieren wir uns dort für Kinder in Not. Heute gibt es in Indien 41 SOS-Kinderdörfer mit angeschlossenen SOS-Jugendeinrichtungen und SOS-Kindergärten, 16 SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, neun SOS-Berufsbildungszentren, 34 SOS-Sozialzentren und SOS-Familienhilfepogramme sowie zwei medizinische SOS-Zentren.

In den indischen SOS-Einrichtungen werden rund 18.000 Kinder und Jugendliche betreut. Die Mehrheit der indischen SOS-Kinder sind Mädchen, da diese häufiger ausgesetzt werden. Acht dieser SOS-Kinderdörfer sind in Zusammenarbeit mit der Gemeinde der Exil-Tibeter und dem Dalai Lama enstanden, um tibetische Kinder aufzunehmen. 

SOS-Geschwister im Kinderdorf Cochin SOS-Geschwister im Kinderdorf Cochin

Knapp 5000 Mädchen und Jungen besuchen die 16 indischen SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen.

An neun SOS-Berufsbildungszentren erlernen über 1300 Jugendliche einen Beruf.

Zwei SOS-Krankenstationen führen jährlich 16.000 Behandlungen durch.

Hilfe für bedürftige Familien bieten SOS-Sozialzentren und SOS-Familienstärkungsprogramme. Derzeit erhalten Familien mit insgesamt 16.000 Kindern Unterstützung, z.B. durch medizinische Versorgung, Schulmaterialien, Erziehungsberatung oder psychologische Betreuung. Die Eltern, ein Großteil davon alleinstehende Frauen, werden durch Fortbildungskurse und Berufsberatung schrittweise zur Selbsthilfe befähigt, damit sie ihren Kindern aus eigener Kraft eine Perspektive bieten können.

Nothilfe: Nach der verheerenden Tsunami-Flutwelle im Dezember 2004 leisteten SOS-Mitarbeiter Sofort- und Wiederaufbaufhilfe im Kastastrophengebiet. In Pondicherry und Nagapattinam haben wir SOS-Kinderdörfer für Tsunami-Waisen errichtet.

Viele indische Kinder haben keine Zukunft

In Indien wachsen unzählige Kinder in extremer Armut auf. Sie leben in den riesigen Slums der Megastädte oder in bitterarmen ländlichen Regionen. Trotz vieler Fortschritte haben viele Kinder in Indien keine Zukunft. Immer noch werden die Rechte von Mädchen mit Füßen getreten. Diese Kinder brauchen Ihre Hilfe!

Kindersterblichkeit: Von 100 Babys sterben fünf während ihres ersten Lebensjahrs. Die meisten werden Opfer von Infektionskrankheiten wie Masern, Lungenentzündung, Durchfall und Tetanus. Viele Kinder werden nicht ausreichend geimpft. Die Kindersterblichkeit bei Mädchen unter fünf Jahren ist um 40 Prozent höher als bei gleichaltrigen Jungen.

Straßenkinder Indien

Mädchentötungen: Neugeborene Mädchen werden von ihren Familien häufig ausgesetzt oder getötet. "Doodh-peeti" ist ein grausamer Brauch im Nordwesten Indiens: Neugeborene Mädchen werden in Milch ertränkt. Weibliche Babys werden auch in nasse Handtücher gewickelt oder in kaltes Wasser getaucht, damit sie an Lungenentzündung sterben. Jedes Jahr werden schätzungsweise 25.000 kleine Mädchen getötet. Aufgrund der massenhaften selektiven Abtreibungen und Mädchentötungen in Indien spricht man von "Fötizid", "Femizid" oder "Genderzid".

 
Mangelernährung: Jedes fünfte Kind in Indien ist untergewichtig – Mädchen leiden besonders oft unter Mangelernährung, weil sie von ihren Eltern häufig weniger zu essen bekommen als ihre Brüder! Außerdem kommen jährlich etwa 7,8 Millionen Kinder bereits unterernährt auf die Welt.

Bildungsnotstand: Jedes fünfte Kind geht nicht zur Schule und nur ein Viertel der Mädchen und Jungen machen einen Grundschulabschluss, nur etwa die Hälfte der eingeschulten Kinder erreicht die achte Klasse.

Straßenkinder Indien Viele indische Kinder verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Müllsammler.

Kinderarbeit: Nach offiziellen Statistiken müssen 12,6 Millionen Kinder in Indien Kinderarbeit leisten. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen ist die Zahl um ein vielfaches höher. Mehr als die Hälfte dieser Kinder sind Mädchen. Sie werden als Haushaltshilfen ausgebeutet, schuften auf Teeplantagen oder verdienen ihren Lebensunterhalt als Müllsammler.

Straßenkinder: Schätzungen zufolge leben etwa 20 Millionen Kinder in Indien auf der Straße, ein Großteil davon mit ihrer Familie. Mehr als die Hälfte gibt an, schon einmal Opfer körperlichen Missbrauchs gewesen zu sein.

Aids/HIV: Tabuisierung und mangelnde Aufklärung führen dazu, dass sich Aids in Indien stark ausbreitet. Immer mehr Kinder verlieren ihre Eltern oder erkranken selbst. 2,7 Millionen Menschen in Indien sind HIV-infiziert, rund 220.000 davon sind Kinder. Jährlich werden über 55.000 Kinder von Müttern geboren, die mit HIV infiziert sind.

SOS-Mutter mit ihren SOS-Kindern im Kinderdorf Cochin SOS-Mutter mit ihren SOS-Kindern im Kinderdorf Cochin

Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer!

Helfen Sie allein gelassenen Kindern in Indien!

Im SOS-Kinderdorf bekommen sie die Liebe einer Familie und regelmäßige Mahlzeiten. Sie werden medizinisch versorgt und dürfen zur Schule gehen.